Rorate – nichts für Langschläfer

 rorate05Bevor das Licht aufgeht, feiern die katholischen Christen während des Advents einen ganz besonderen Gottesdienst im Schein vieler Kerzen. Nichts für Langschläfer, denn die Glocken zu einer Rorate-Messe läuten spätestens viertel vor sieben.

Der Gottesdienst wurde benannt nach der Antiphon (Wechselgesang): „Rorate caeli desuper“ - „Tauet, Himmel, von oben“. Der Text stammt aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja.

In Remagen feierte Pfarrer Frank Klupsch „Rorate“ am Dienstag der dritten Adventswoche. Die Küsterin Vera Schäfer hatte die alte Kirche mit vielen Kerzen geschmückt und auch auf jeder Bankreihe standen Lichter. Frau Steiner trug die Lesung vor und nach dem Evangelium deutete der Pastor die heiligen Texte und sprach über den Sinn einer solchen Messe in der Stille des Morgens. Es gehe um die Erwartung des wahren Lichtes: Christus, der an Weihnachten erneut im Leben der Menschen ankommen will. Viele Traditionen, die mit dem Fest der Geburt des Erlösers verbunden sind, gerieten heute in Vergessenheit. So werde der Christbaum, der mit seinem grünen Zweigen an das Leben erinnere und die roten Kugeln an die Paradiesäpfel, heute nur noch zum x-beliebigen Weihnachtsbaum. Wer sich auf die Botschaften des Advents und auch dieser stillen Rorate-Feier einlasse, könne sein Herz vorbereiten für das große Ereignis der Menschwerdung Gottes, eines Gottes, der auch noch in unserer Haut stecken will, wenn alle sich von uns abwenden. Und so war auch diese eindrucksvolle Eucharistiefeier ein stiller Impuls, die Welt im Licht der Weisheit Gottes zu sehen.

Den Schlusspunkt bildete das gemeinsame Frühstück im Pfarr- und Jugendzentrum. (Hans Kortmann)

 rorate01 rorate02 rorate03 rorate04 rorate05