Besinnlich-muskalische Reise ins Alpenland

Stephanstag05Die Liturgie des zweiten Weihnachtstages in der Remagener Pfarrkirche wurde umrahmt von einer besinnlich-musikalischen Reise ins weihnachtliche Alpenland. Der Pfarrkirchenchor unter der Leitung von Jutta Wendel, unterstützt durch ein Streicherensemble und Dr. Michael Schmitz an der Orgel, sang die „Heiligenbluter Krippenmesse“ von Günther Mittergradnegger. Der Kärntner Komponist hatte Jahrhunderte alte Heiligenbluter Sternsingerlieder für den gemischten Chor neu gesetzt und mit selbst komponierten Weihnachts- und Hirtenliedern zu einem Gesamtwerk zusammengefügt. Die alpenländischen, tief im Volksbrauchtum wurzelnden Texte und Klänge, tauchten den Kirchenraum in eine ganz eigene Atmosphäre ein. Mit großem Applaus dankten die Gottesdienstbesucher für diese musikalische weihnachtliche Freude.

Das Kontrastprogramm zur weihnachtlichen Harmonie lieferte die Lesung, die vom Märtyrertod des Heiligen Stephanus berichtete. Er wurde gesteinigt, weil er Jesus öffentlich bekannt hatte und standhaft blieb. Pfarrer Frank Klupsch sagte in seiner Predigt, dass Gott eben nicht in eine harmonische Welt hineingeboren worden sei. Er habe sich in einer nicht in allem guten Welt seinen Platz gesucht. Wer die Botschaft von Weihnachten wirklich verstanden habe, der sei aufgerufen, den Glauben an den Gott, der den Menschen nahe ist, hochzuhalten – so wie Stephanus, dessen Geschichte uns die Kirche bewusst am zweiten Weihnachtstag zumute. Mutter Teresa sei einmal von einem Journalisten gefragt worden, was sich ihrer Meinung nach als erstes in der Kirche ändern müsse. Ihre Antwort war: Sie und ich!

Stephanstag01Stephanstag02Stephanstag03Es seien oft kleine Dinge mit großer Wirkung, die das weihnachtliche Geschehen in unserer Alltagswelt bringe, meinte Pfarrer Klusch. So sei für ihn das gemeinsame Essen mit den in Kripp untergebrachten Flüchtlingen aus Eritrea am ersten Weihnachtstag, das der Konvent von Maria Stern dankenswerter Weise ermöglicht habe, ein wunderbares Zeichen.

Der Gottesdienst endete mit der schönen alten Tradition, die Kinder in der Weihnachtsoktav zu segnen und ihnen damit die Nähe und „Zu-neig-ung“ Gottes zusprechen zu können, wie sie gerade in der Menschwerdung Jesu – im wahrsten Sinne des Wortes – greifbar wird.

Dazu kniete sich Pfarrer Klupsch vor die Kinder, fragte sie nach ihren Namen und spendete den Segen.

Stephanstag04Stephanstag06Stephanstag07Herzlich dankte der neue Remagener Pfarrer allen Spendern und Mitwirkenden vor und hinter den „Kulissen“, für die Planung, Vorbereitung und Gestaltung der insgesamt 27 Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen in der Pfarreiengemeinschaft. (Hans Kortmann)