Gottes wahre menschliche Gestalt

Neujahrsempfang der Pfarreiengemeinschaft Remagen

neujahrsempfang 06Woher kommt der Brauch, sich am Anfang eines neuen Jahres gegenseitig Glück zu wünschen und welchen Sinn hat er? Der Ursprung steht im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes zwischen den Jahren, weil sie Leben bedeutet, Hoffnung und Wachstum. In der gemeinsamen Messe der fünf Remagener Pfarrgemeinden am 4. Januar standen das göttliche Kind und seine frohe Botschaft im Mittelpunkt.

Jeder Platz war in der Pfarrkirche St. Peter und Paul gefüllt, als Pastor Frank Klupsch mit den Konzelebranten: Pfarrer Hensel und Pater Cornelius mit dem liturgischen Dienst feierlich zum Gottesdienst einzog. Die politischen Repräsentanten der Stadt Remagen und ihrer Ortsteile waren ebenso gekommen, wie Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Gremienvertreter der Kirchengemeinden, zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und viele, die das kirchliche Leben tagtäglich gestalten sowie Gäste aus der evangelischen Schwestergemeinde und der ökumenischen Flüchtlingshilfe. Pfarrer Klupsch begrüßte alle recht herzlich, besonders aber vier junge Männer aus Eritrea, die seit September 2014 in Kripp leben. Dass sie herzlich willkommen sind, zeigte der anhaltende Applaus der Gemeinde.

„Wer Weihnachten nur konsumiert, für den ist Weihnachten vorbei,“ meinte Pastor Klupsch in seiner eindrucksvollen Predigt. „Spätestens im Schrei der Geburt, habe Gott die bisherigen Gottesbilder und –vorstellungen zerstört,“ bemerkte er In Anlehnung an ein modernes Weihnachtsgedicht von Kurt Marti. Dass Gott Mensch geworden sei, müsse man sich sehr real vorstellen. Ein Mensch aus Fleisch und Blut – ein Kind, das „zwischen Marias Schenkeln runzlig rot lag“, wie es in dem Gedicht weiter heisst. Ein Kind mit Windeln – einer von uns. Mit der Geburt Jesu habe etwas ganz Neues begonnen. In diesem Kind zeige Gott sich in seiner wahren, der menschlichen Gestalt. Seine Stärke liege darin, immer wieder anzufangen – in jedem Kind, das geboren wird, in jedem Menschen, der mit der Energie der kleinen Kinder immer wieder versuche, sich aufzurichten.

Zwei Projektchöre gestalteten den schönen Gottesdienst musikalisch mit. Die Fürbitten wurden von den Räten aller fünf Pfarren der Pfarreiengemeinschaft vorgetragen.

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Nach der Messe traf sich die Festgemeinde im Pfarr- und Jugendzentrum, um sich gegenseitig ein gesegnetes, gutes Neues Jahr zu wünschen. Das ist ein schönes Zeichen für das von Vertrauen geprägtem Miteinander hier an Rhein und Ahr. Dieses vertrauensvolle Miteinander wurde auch in den Reden der Gastgeber und Gäste deutlich.

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Die Vorsitzende des Pfarreienrates, Ursula Gemein, stellte fest, dass die Gemeinden die strukturelle Veränderung gut gemeistert haben und sie mit dem neuen pastoralen Team und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern auf einem guten Weg in die Zukunft seien. Pfarrer Klupsch dankte für die herzliche Aufnahme und die engagierte Unterstützung in seinem neuen Dienst als Leitender Pfarrer. Er freue sich sehr, dass das pastorale Team in Kürze durch Herrn Pfarrer Johannes Steffens unterstützt werde. Mit Blick auf die Anfang März beginnende Sanierung des Pfarrhauses, betonte er nochmals: „Remagen ist nicht Limburg“. Das Bistum Trier habe nur die unumgänglichen Sanierungsarbeiten bewilligt, so dass funktionsfähige Diensträume für die Seelsorger und die Pfarrsekretärinnen sowie eine von den Arbeitsräumen getrennte Wohnung für den Pfarrer bis Anfang Oktober entstehen könnten. Er schloss mit einem großen „Danke schön“ für alle, die den Gemeinden hier vor Ort ein sympathisches Gesicht von Kirche durch ihren unermüdlichen Einsatz gäben. Mit einem Glas Wein prostete er allen „wunderbaren Menschen“ im Saal zu und wünschte ihnen Gottes Segen.
Bürgermeister Georgi lies in seiner humorvollen Ansprache die politischen und sportlichen Ereignisse aus 2014 Revue passieren und sprach über die Hilfe für die Flüchtlinge, die Remagen ermöglichen konnte und dankte auch Pfarrer Klupsch für seine Unterstützung. Er freute sich sehr über ein Klima von Toleranz und Wertschätzung in den Gemeinden und über den großen, zunehmenden ehrenamtlichen Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger. Auch Pfarrerin Elisabeth Reuter sorgte für Heiterkeit, als über Pfarrer Klupsch „als den neuen Mann an ihrer Seite sprach“, den sie erst noch richtig kennenlernen müsse. Ein wichtiges Thema sei für sie die Ökumenische Vereinbarung und wie sie in den nächsten Jahren real umgesetzt werde könne. Sie sei aber zuversichtlich, dass es einen guten gemeinsamen Weg geben werde. Zum Schluss gab sie die Jahreslosung 2015 der evangelischen Kirche allen mit auf den Weg: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“

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Hans Kortmann