Met Birett un Pappnas
Familienmesse zum Karneval
kopfbild karnevalDie Kirche teilt das Leben der Menschen  - in Leid und Freude. Im Rheinland selbstverständlich auch während der fünften Jahreszeit. In Remagen kommen die Närrinnen und Narren am Karnevalsso...nntag vor dem „Zoch“ traditionell in die Pfarrkirche. Und dort ging es „janz schön jeck zo.“ Bis auf einige „Imis“ war alles schön kostümiert. Rund um den Altar hatten die Kinderprinzessin Cheyenne I., die Möhnen, Abordnungen der Narrenzunft, des Elferrates, der Stadtsoldaten und der Prinzengarde Platz genommen. „Ein wunderschönes buntes Bild – so bunt, wie auch die Kirche ist“, freute sich der Remagener Pastor bei der Begrüßung.
 
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Die Karnevalsmesse ist ganz anders, als die übliche Sonntagsliturgie. Ein Gottesdienst mit Liedern in Mundart, „für et Hätz“, mit „Klatsche“ und mit „Laache“. Dafür sorgte auch Pastor Klupsch, der sich bei seiner gereimten Predigt mit schwarzem Birett, weißen Handschuhen und roter Pappnase am luftschlangengeschmückten Ambo präsentierte.  Ein wenig erinnerte er an „de bergische Jong“ –  aber er war natürlich um Längen besser!
 
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In spannenden Versen nahm er witzig und pointiert die Kritik an der Kirche ins Visier und zeigte, dass es mehr Licht in der Kirche gibt, als Schatten. Auch Journalisten, die undifferenziert über kirchliche Themen berichten und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, nahm er aufs Korn. Seine „Schäfchen“ wies er darauf hin, dass es trotz fünf Kirchtürme jetzt eine kirchliche Gemeinschaft in Remagen gäbe. Für einige sei „Pfarreiengemeinschaft“ aber noch ein Fremdwort. Der Bischof habe ihn aber nicht nach Remagen gesandt, um sich nur um den Frust zu kümmern, sondern um einen Aufbruch zu wagen,  alle mitzunehmen auf dem Weg des Volkes Gottes in die Zukunft. An einigen Stellen des närrischen „Hirtenwortes“, gaben die Gläubigen laut ihr „Amen“.
 
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Normalerweise kehrt nach der Predigt Stille ein – diesmal gab es tosenden Applaus, weil die Rede karnevalistischen Biss hatte. Wer die Karnevals-Predigt des Pastors nicht gehört hat, „hät jet verpass“. Das sagten viele Messebesucher beim anschließenden Umtrunk im Pfarrhof bei einem Glas Wein und der strahlenden Wintersonne.

Freude und Frohsinn in der mit viel Liebe zum Detail vorbereiteten Messe gerieten nie zum Klamauk. Vielmehr wurde deutlich, dass der Fastelovend zum Teil christliche Wurzeln hat. In dem fröhlichen Gottesdienst kam zum Ausdruck, wie eng das noch zusammenhängt. 
 
Text und Fotos: Hans Kortmann