Und das Wort ist Fleisch geworden

Am Anfang und bis heute lassen sich die Menschen von der Botschaft der Weihnacht ergreifen. Das war auch in den festlichen Krippenfeiern, Christmetten und Gottesdiensten der Remagener Pfarreien spürbar. Christbäume in den Chorbereichen, Kerzen an den Altären und altehrwürdige Krippen verzauberten die sakralen Räume und die vielen Mitfeiernden in den bis auf den letzten Platz besetzten Kirchenbänken. Alle seien herzlich willkommen, sagten die Priester, „egal ob katholisch oder nicht, egal ob regelmäßige oder gelegentliche Kirchenbesucher“.

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In der Liturgie der Heiligen Nacht und der Weihnachtsfeiertage erklangen die vertrauten Lieder und die alten Texte, die von der Geburt des Gottessohnes künden. Am ersten Weihnachtstag verlas Pfarrer Frank Klupsch den tiefgründigen Prolog aus dem Evangelium nach Johannes „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater voll Gnade und Wahrheit.“ Statt einem Geburtsbericht wie bei Lukus beschreibe Johannes mit kurzen, kraftvollen Sätzen das Geheimnis der Menschwerdung. Aber die Botschaft des Johannes enthalte nicht nur freudige Nachrichten über die Menschwerdung Gottes. „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ Die schmerzliche Botschaft von Weihnachten sei, dass viele Menschen Gott nicht erkennen können oder wollen. Weihnachten sei ein Angebot, Jesus als Weggefährten anzunehmen, der als wahrer Mensch an unserer Seite sein wolle. Der in unserer Haut stecken möchte und der selbst dann zu uns halte, wenn alle sich abwenden. Diesen Gott erkennen, bedeute aber auch die Schwestern und Brüder in Not aufzunehmen. Die Flüchtlinge, die Kranken und die Armen. Er halte an seiner Meinung fest, bekräftigte Pfarrer Klupsch, dass wir diese Menschen aufnehmen müssen, auch wenn er in Briefen für seinen Einsatz für die Flüchtlinge kritisiert werde. Er freue sich sehr, dass die Stadtverwaltung Remagen und die ökumenische Flüchtlingshilfe in den letzten Monaten sehr viel für die Flüchtlinge tun konnten, ebenso wie die vielen Leute in unserer Stadt, die finanziell und tatkräftig helfen. Auch die Pfarrgemeinden werden die Stadt unterstützen und Räume im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, wenn sie gebraucht werden.

Wer an den menschgewordenen Gott glaube, sei aufgefordert, Ernst zu machen mit seinem Glauben, damit die Botschaft von Weihnachten weit über dieses Hochfest hinaus in das tägliche Leben strahle.

Hans Kortmann