Nä, wat wor dat schön

Karneval re 2016 20Mehr Jecke als in den Vorjahren feierten in der Session 2015/16  die Familiengottesdienste der Remagener Pfarrgemeinden zum Karneval begeistert mit . Alle, die im Fastelovend der Römerstadt und ihren närrischen Hochburgen Rang und Namen haben, waren gekommen, um sich unter den Schutz Gottes zu stellen und ihm die Ehre zu geben.

Vor dem Violett der siebenwöchigen Fastenzeit, leuchteten die Kirchenschiffe nochmals in allen Farben des Regenbogens, der ein wunderbares Zeichen der Verbindung Gottes zu den Menschen ist.

Am Karnevalssonntag begrüßte Pfarrer Klupsch alle recht herzlich – besonders die Stadtsoldaten. Waren sie doch letztes Jahr verhindert, weil der Dechant sie direkt von der Bühne nach St. Peter zu Sinzig verpflichtete. Frank Klupsch wünschte den Jecken viel Spaß und erinnerte daran, dass der Frohsinn des Christen von der Urfreude ausgehe, der Freude über die Erlösung durch Jesus. Kyrie-Rufe, Lesung und Fürbitten wurden von der Kinderprinzessin Vanessa-Sophie, Prinzessin Bruni, der Narrenzunft und den Möhnen vorgetragen.   Auch die Messdiener wurden aus dem Kreis der Narren unterstützt. Roman Kötter und Felix Dinkelbach brachten in ihren bunten Kostümen die Gaben zum Altar.

Eine Karnevalsmesse ist weder eine Sitzung, noch eine Party. Vielmehr eine Feier des Lebens und des Dankes an Gott, der auch in der Freude, im Lachen und im Glück mitten unter uns ist. Und so schaffte Pfarrer Frank Klupsch auch in diesem Jahr den Spagat zwischen „Bütt“ und Ambo, hatte in seiner Predigt die Lacher auf seiner Seite, sprach mit Birett und weißen Handschuhen bekleidet ernste Themen an und verletzte dennoch nie die Würde der gottesdienstlichen Feier. Da ging es um Flüchtlinge und Pegida, um das große „C", das eine Partei wieder zurecht im Namen trage, um Eltern von KoKis, die nach der Erstkommunion abtauchen wie ein U-Boot und um seinen Umzug nach Remagen: „10 Jahre B 9 sind genug!“ An vielen Stellen hätte das Musikchor der Stadtsoldaten unter der Leitung von Frank Weiss gerne einen Tusch gespielt, wenn es denn in diesen ehrwürdigen Mauern erlaubt wäre. Stattdessen brauste donnernder Applaus auf für „ose leeve Pastur“, der längst die Herzen vieler hier am „Rhing“ gewonnen hat. Am Ende des Gottesdienstes hielt es niemand mehr auf den Sitzen. Alle standen auf, nahmen sich in den Arm und schunkelten. Die drei vollbesetzten „Schjffe“ des Gotteshauses waren in Bewegung – getreu dem Motto des Prinzenpaares: „Mir fiere sulang et jeit, dat Leeve duert kein Ewigkeit" Sehr herzlich dankte Frank Klupsch allen Mitwirkenden, den Stadtsoldaten für die Musik und dem Gaudeamus-Chor unter der Leitung von Claudia Podmelle, die auch zeigte, dass sie rheinische Lieder auf der Orgel begleiten kann. Draußen vor der Kirche servierten Annette Hagemann und Elmar Kotzott süffigen Wein und Softdrinks. Gerne standen die Menschen noch eine Weile zusammen und resümierten: „Nä, wat wor dat schön“.

Hans Kortmann

 

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