Marienkapelle "in der Lee"

maria in der leeAn der Ecke von Leepfad und Fürstenbergstrasse steht die neugotische Marienkapelle, genannt „das Kapellchen“. Ältere Einwohner erinnern sich sicher an das Hotel gleichen Namens. Der Ort ist historisches Gelände, da sich hier, am Abhang des sog. Ochsenberges, im 3. und 4. nachchristlichen Jahrhundert Gräberfelder befanden. Vor der Kapelle steht ein hohes Steinkreuz, das die Jahreszahl 1737 trägt und schon auf dem Urkataster von 1828 verzeichnet ist.

marienkapelle in der leeWie alt die Kapelle selber ist, lässt sich nur anhand der Bauformen vermuten. Wahrscheinlich wurde der Bau um 1850 errichtet. 1874 stiftete der aus Remagen stammende Besitzer des Broichhofs im Roddermaar, Franz Josef Schäfer, die ihm gehörende Kapelle zusammen mit dem dahinter gelegenen Wohnhaus der Pfarrei Remagen. Schäfer verband mit der Stiftung den Wunsch, hier ein Krankenhaus einzurichten. Dieser Plan musste aufgegeben werden, da sich das Gebäude als zu klein erwies. 1890 nannte man das Haus, in dem die katholischen Lehrerinnen wohnten, noch „das Hospitälchen“.

Die Kapelle ist ein einfacher neugotischer Bau mit einem dreiseitig schließenden Chor. Seit 2oo2wurden durch private Initiative umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten durchgeführt. Unterstützt von Stadt, Bischöflicher Denkmalpflege, Remagener Vereinen und Handwerkern wurden Mauerwerk, Dach, Innenraum und Umgebung restauriert. 2007 konnte die Wiedereinweihung gefeiert werden. Die Madonna war in Eigenleistung von Wilhelm Kötting restauriert worden.

2oo8 erhielt das von der Remagener Künstlerin Barbara Kessler-Kötting geschaffene Tympanon seinen Platz über dem Eingang. Es zeigt das marianische Symbol der Rose eingebettet in ein zwischen die Christuszeichen Alpha und Omega gelegtes Labyrinth. 2012 wurde der Altar nach denkmalpflegerischer Untersuchung in seiner ursprünglichen Farbigkeit wiederhergestellt.

Mittelpunkt der Kapelle ist die Statue der Muttergottes über dem Altar. Immer erinnern brennende Kerzen an die Anliegen der vielen Beter, die die Kapelle zum stillen Gebet besuchen. Daneben besteht die Möglichkeit, sein schriftlich formuliertes Anliegen in einem Kasten zu deponieren. Die Schwestern des St. Anna Klosters haben die Aufgabe übernommen, die ihnen übermittelten Anliegen besonders in ihre Gebete aufzunehmen.

Seit Jahrzehnten wird die Pflege der Kapelle von Anwohnern aus der Nachbarschaft der „Goss“ übernommen, eine Tradition die bis heute fortgeführt wird.

Die Kapelle steht während des gesamten Tages zum Gebet oder einfach als Raum der Stille zur Verfügung - viele Wege führen hier vorbei, jede und jeder ist herzlich eingeladen.

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(Text: Dr. Michael Schmitz)