Das Pfarrblatt für Oktober 2019 als Download.

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitchristen,

mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr, das für uns alle im Bistum Trier viele Herausforderungen mit sich bringen wird. Unsere Pfarrgemeinden werden zum Ende des Jahres aufgehoben und die Pfarrei der Zukunft wird errichtet. Viele Veränderungen werden damit einher gehen, die bei nicht wenigen Gläubigen Ängste auslösen, Enttäuschungen und auch Frustration. Die Frage aber, ob die Kirche vor Ort bleibt, ist nicht nur eine Frage von Strukturen. Die Kirche vor Ort lebt da, wo Menschen sich im Namen Jesu versammeln, miteinander den Glauben feiern und ihn teilen, sich engagieren und sich für andere einsetzen.

Der Advent lädt uns ein, uns auf das Kommen des Herrn vorzubereiten, auf das Fest seiner Geburt – Weihnachten. Maria hörte die Botschaft des Engels und nahm sie an: „mir geschehe nach deinem Wort“. Sie, die junge Frau, hat sich herausrufen lassen von Gott und zu Gottes Plänen, anders als Eva, Ja gesagt. So wurde sie zur Gottesmutter, Mutter der Kirche und unserer aller Mutter.

Vertrauen wir uns in diesen Tagen besonders der Fürsprache Mariens an und bitten sie um ihre Fürsprache für uns und unser Bistum Trier. Maria, die Patronin unseres Bistums, hat durch ihr JA zu Gottes Anruf nicht nur die Krone des Ewigen Lebens erhalten, sie wurde sogar in den Himmel aufgenommen. So wie Gott an Maria gehandelt hat, die uns Schwester und Vorbild im Glauben ist, wird er auch an uns handeln. Hat uns doch das aufstrahlende Licht aus der Höhe besucht, um allen zu leuchten, die in Finsternis sind und im Schatten des Todes, und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. Vertrauen wir uns gerade jetzt Gott an, der will, daß keiner von uns verloren geht und wir das Leben in Fülle haben. Das wollen/werden wir wieder feiern in diesem neuen Kirchenjahr, auch in neuen Strukturen, bis wir einst selbst zum ewigen Leben gelangen.
Ich wünsche Ihnen eine frohe und besinnliche Adventszeit!

Ihr Pastor
Frank Klupsch

Das Pfarrblatt für Oktober 2019 als Download.

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitchristen,

Das Zeugnis von Missionaren aus dem 19. Jahrhundert, die sich, wie so viele andere auch, in die Welt aufgemacht haben, um den Menschen vor Ort unter allerlei Mühen und Anstrengungen Lebensqualität aus dem Evangelium motiviert zu bringen, ist bis heute beeindruckend. Sie alle sahen sich als Gesandte an Christi statt. Es ist dies aber kein in der Geschichtsschreibung verbliebenes Tun oder ein spezielles Fachleuten zugeschriebenes Aufgabengebiet. Nein, es ist von Anfang an ein Wesensmerkmal jeglicher christlichen Existenz. So dürfen auch wir uns von Gott in diesen Dienst nehmen lassen. Der Apostel Paulus hat dies zu Beginn seiner Tätigkeit in seinem zweiten Brief an die Korinther so formuliert: „Wir sind Gesandte an Christi statt“, das Leitmotiv des diesjährigen Weltmissionssonntages. Dieses unser Gesandtsein hat einen Grund und ein Ziel, ein Warum und ein Wofür. Jesus Christus, der gekreuzigt Auferstandene, ist der Grund der Sendung.

Die Erfahrung, das darin begründete Heilsgeschehen anderen zu ermöglichen, ist das Ziel der Sendung. Wir, die wir gesandt sind, dürfen unsere eigene Glaubenserfahrung, die in den persönlichen Begegnungen mit Jesus Christus ihr Fundament haben, mit anderen teilen. Das sind Lebenserfahrungen, die daher rühren, dass wir im Angesicht des Kreuzes leidvolle Momente im Leben bewältigen konnten, weil er unseren Weg mitging. Das sind Begegnungen, die wir in der Feier der Sakramente erleben dürfen und die uns stärken und befreien zu einem Leben, das aus der Hoffnung der Auferstehung lebt. Das heißt doch nichts anderes als: Richtet euch nicht zu bequem ein und zieht euch nicht zurück, sondern lasst euch senden. Er traut uns zu, dass wir dieses Zeugnis der Liebe Gottes, das er uns gegeben hat, zu den Menschen tragen, dass wir es mit ihnen verwirklichen. Nur Mut!

Ihr Pastor
Frank Klupsch

Das Pfarrblatt für August und September 2019 als Download.

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitchristen,

die bunten Luftballons ziehen unseren Blick nach oben, in den Himmel. Über den Wolken, so singt Reinhard Mey, muß die Freiheit wohl grenzenlos sein. Aber was wäre ein Leben ohne Grenzen? Was wäre unser Leben, wenn wir nicht an Grenzen stießen, die uns daran erinnern, daß wir „beschränkt“ sind in unserem Leben. Und trotzdem spüren wir, daß diese Grenze nicht das Letzte sein kann, daß es hinter dieser Grenze etwas geben muß. Wir schauen den bunten Ballons hinterher, sehnen uns und glauben.
Maria hat diese Grenze überschritten, nicht nur mit der Seele, sondern mit Leib und Seele. Sie ist schon jenseits dieser Grenze. Das Geheimnis Mariens, ja das Geheimnis unseres Lebens können wir nur erahnen und in gewisser Weise erfassen in der Kraft des Heiligen Geistes, der Maria, wie kein anderes Geschöpf unter seinen Schatten genommen hat. Der aber auch uns alle zu den Geheimnissen unseres Glaubens hinführt und uns zeigt, wie lebendig sie sind, wie wahr, schön und wie gut. Im Credo bekennen wir unseren Glauben an den, der aus Maria Mensch geworden ist durch den Heiligen Geist, der uns alle, jede Einzelne und jeden Einzelnen, zum letzten Ziel führt. Maria ist ein untrügliches Zeichen dafür, daß Gott es mit uns Menschen gut meint! Ihnen allen weiterhin ein gute Sommerszeit!

Ihr Pastor
Frank Klupsch

Das Pfarrblatt für Juli 2019 als Download.

Liebe Mitchristen,

Leben bedeutet im Aufbruch leben. Der erste Aufbruch ist die Geburt und beginnt meist mit einem empörten Schrei. Wer nicht aufbricht, kann sein Leben nicht entdecken.
Aufbrüche und Neuanfänge ziehen sich durch unser Leben. Die ersten Schritte des Kleinkindes, zum ersten Mal die Möglichkeit, eine Richtung einzuschlagen. Die Wege in den Kindergarten, die Schule sind Aufbrüche. Oft werden wir nicht gefragt, ob wir aufbrechen wollen oder nicht. Es gibt viele Aufbrüche, in denen die Freude über das Neue überwiegt. Manche Aufbrüche im Leben erleben wir aber zunächst als einen Zusammenbruch. Dann spüren wir mehr den Verlust in diesem Bruch als das Neue, das dahinter liegen könnte. Fühlen eher den Schmerz, der darin liegt. Im Grunde ist jeder Aufbruch ein Bruch im Leben. Das, was war, ist nicht mehr. Vertrautes geht mir verloren, ich bin verunsichert. Ein Aufbruch ist ein Moment, in dem ich auf der Grenze stehe. Es gibt kein Zurück mehr und der Schritt in die Zukunft erfordert Mut. Mut zu neuem Leben.

Ganz genau so wird es Abraham ergangen sein, der auch an einer Schwelle steht und den Aufbruch auf Gottes Verheißung hin wagt. Abrahams Glaube wird zum Modell des Glaubens überhaupt. Abraham vertraut radikal auf Gott und das schafft Heil in einer wenig heilen Welt.

Und wir? Blinder Glaube widerspricht unserem Selbstverständnis als aufgeklärte Christen. Vielleicht gibt es dennoch eine heimliche Sehnsucht in uns, so glauben zu können wie Abraham: Alles loslassen, sich mutig in Bewegung setzen, auf Gottes Wort hin den Weg in eine neue Zukunft wagen… Nur Mut!

Ihr Pastor
Frank Klupsch

Das Pfarrblatt für Ostern 2019 als Download.

Liebe österliche Mitchristen,

wer in der Bibel nach dem Osterhasen sucht, wird leider nicht fündig. Anders ist es dabei mit dem Osterlamm. Jesus Christus wird als Lamm Gottes bezeichnet, das getötet wurde, um Leben zu schenken. In diesem «Opferlamm» verbirgt sich das Geheimnis von Ostern. Johannes d. T. rief, als er Jesus sah: «Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der ganzen Welt wegnimmt!» Johannes proklamierte mit diesem Satz eindeutig, daß Jesus der Messias ist. Der Begriff «Opferlamm» hatte für die Menschen eine tiefe Bedeutung. Er war untrennbar verknüpft mit Schuld und Sühne, Vergebung, Rettung und Freiheit. Egal wie sehr man sich anstrengt, niemand schafft es, ohne Fehler u. Versagen durchs Leben zu gehen, damit müssen wir leben. Schuld trennt außerdem von Gott. Doch hier kommt die Hoffnung von Ostern, heißt es doch im Paulusbrief an die Hebräer 9,28: Christus wurde geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen. Und daß dieses eine Opfer für alle Zeiten gilt und reicht. Jeder, der das Opfer von Jesus für sich annimmt, wird frei und erhält Zugang zur Gegenwart Gottes. Wir Christen glauben, daß der Tod von Jesus kein Unfall war, sondern daß er freiwillig ans Kreuz ging, um wie ein Opferlamm für unsere Schuld zu sühnen. Wie beim Passahlamm gilt: Wer sein Blut in Anspruch nimmt, wird gerettet und wird leben.

Im Namen aller Seelsorgerinnen und Seelsorger: Frohe Ostern und die Begegnung mit dem Auferstandenen! Habt keine Angst, Christus lebt!

Ihr Pasto
Frank Klupsch